Wintermärchen
17. Januar 2009 von Fried_Shrimp
Es gibt zwei Arten von Märchen, die realen und die geschriebenen.
Der Unterschied ist, dass man die realen nicht schreiben kann, Sie sind nicht planbar, nicht vorhersehbar, man rutscht in Sie rein ohne es zu ahnen und ehe man sich versieht ist man mitten drin im Märchen.
Mein Wintermärchen startet am Samstag, es ist noch dunkel und ich befinde mich an einem Ort der trotz dieser Zeit bereits von Menschen durchzogen wird, Reisetaschen in der Hand, Koffer hinter sich herziehend.
Hier und da sind bereits kleine Läden geöffnet und die ersten Bäckerbuden verkaufen schon Brötchen und Kaffee.
Nein es ist kein Flughafen, aber ein ähnlich interessanter Ort, nämlich ein Hauptbahnhof, der von Hannover um genau zu sein und ich bin dort aus einem bestimmten Grund, ich habe nämlich 1 Ticket in der Hand, nach Leipzig um genau zu sein.
Aufgeregt war ich schon dort, schlimmer wurde es als ich in den Zug stieg, der mich, wie der Hogwarthsexpress nach und nach auf seiner Reise aus der hiesigen “realen” Welt entführte, der Schnee wurde mehr, die Landschaft immer malerischer.
Vorbei ein kleinen Städten und Bahnhöfen, Straßen und Gassen, Wäldern und Flüssen, einmal sind wir an Windmühlen vorbeigefahren wo die Säulen mit dem Himmel verschmolzen und es so wirkte als würden sich die Räder in der Luft drehen.
Die Reise endetet nach ca. 3 Stunden am wirklich atemberaubend großen und sehr schönen Hauptbahnhof in Leipzig. Ich falle auf das Gleis mit all den anderen Menschen, die Kühle Halle umfängt mich.
Und als ich mich schon fast verloren in all diesem Wirrwarr aus Menschen, Wind, Gerüchen und Licht fühle und meine Ohren in dem Gemisch aus Lärm und Stimmen versinken seh ich Sie auf mich zukommen.
Sie, der Grund für diese Reise, man geht auf einander zu, zaghaft, etwas unsicher, klar haben wir vorher viel telfoniert, gechattet und Fotos getauscht, aber jetzt ist es doch anders. Eine etwas zögerliche Umarmung (“hmm so sieht Sie also aus”), ein paar erste Worte der Begrüßung (“Ihre Stimme klingt anders als am Telefon, irgendwie wärmer und lebendiger”).
Wir verlassen die Halle und betreten die Stadt, wandern umher, Sie weiß wo wir hin wollen, ich lasse mich führen, versuche nicht mal annähernd mir den Weg zu merken (Was ich sonst immer tue) und sauge die Eindrücke in mich auf.
Leipzig ist sehr schön, verwebt auf interessante Weise altes und neuse, Ost und West. Die Stadt wirkt sehr lebendig, fast pulsierend, in der Innenstadt wird der Citytunnel gebaut.
Irgendwann betreten wir ein Lokal, bunt, modern, gemütlich. Architektonisch nach so einem Typen eingerichtet dessen Name ich schon wieder vergessen habe (“Wahr wohl mit dem Gedanken woanders”) wir sitzen am Fenster schauen raus.
Schauen uns an, trinken was, essen was, unterhalten uns. Man kommt ins Gepsräch, die etwas verhaltene Anfangsstimmung lockert sich etwas, man fängt an mit den Worten mehr zu spielen, Sie weniger zu kontrollieren. Ich bin irgendwie noch etwas benommen von der ganzen Reise, noch unsicher mit den Themen (total belämmert, haben wir doch vorher am Telefon auch ununterbrochen gesprochen. Aber tatsächlich ist so ein erstes treffen zunächst ehr ein kleiner Rückschritt. Man ist telefonistisch weiter gewesen muss sich erst neu finden, synchronisieren. Aber es wird schon.
Wir wandern weiter, durch die vielen Passagen und Gassen, Ihre Hand in meiner (“Ein schönes Gefühl”)
Wir erklimmen den “Uni Riesen” bestaunen die Stadt (“Ein erster moment der Nähe”)

Der Tag läuft dahin, ich weiß nicht mal mehr wo die Zeit geblieben ist, so viele Orte haben wir entdeckt, von kleinen und großen Straßen, Ihrem Zimmer (“Ein erster moment der , der Residenz in der ich genächtigt habe. Alles gerät zu einem Fluss, von Gefühlen und Eindrücken. Ich glaube ich habe mich lange nicht so wohl gefühlt. Am Abend waren wir dann richtig vornehm im Gewandhaus und haben das Uni-Orchester gehört.
Die Nacht wahr, wie immer beim ersten mal in anderen Betten etwas unruhig, aber gut der folgende Vormittag hat es mehr als wett gemacht
Am Nachmittag streifen wir nochmals durch die Stadt, begucken uns Villen, durchstreifen einen Park. Leipzig ist in Winterstimmung, der Schnee liegt dick über den Wiesen, der Park ist recht leer, kalt.
Aber mir ist trotzdem Warm. Ich schiele zu Ihr Rund, Ihre Mütze umspielt Ihr Gesicht Ihr Schal ummalt Ihr Kinn. Wir gelangen an einen dicken Baum und halten Inne.
In diesem Moment, wo wir dort stehen, dicht beieinander, rote Ohren von der Kälte. In diesem Moment, wenige Stunden vor meiner ungewollten Abreise, welche so schwer war wie keine andere in meinem Leben. In diesem Moment wo ich Ihr in die Augen schaue wird mir etwas klar, klarer als zuvor.
Mein Weg hat soeben eine neue Richtung eingeschlagen, tausende von Ideen verwerfen sich und werden in diesem Moment neu gegründet. Ziele neu gesetzt, neu ausgerichtet, neu synchronisiert. Und trotz dieser “Explosion” in meinem Kopf fühle ich mich vom Bauch her warm und geborgen, bin innerlich ruhig.
Ist das Liebe?
Ich glaube das ist es und somit bleibt dieser, nun doch deutlich länger gewordene Artikel nur mit einem Satz zu beenden:
Ich habe mich Hals über Kopf, von Kopf bis Fuß verliebt, und zwar bis über beide Ohren und weit darüber hinaus. Ein schönes Gefühl…



Mein lieber Schatzt!
Das ist das schönste Wintermärchen das ich je gelesen habe!
Ich kann mein Glück kaum fassen so jemanden besonderes wie Dich an meiner Seite zu haben!
Ich liebe dich über alles!
Ich freue mich für Dich(Euch).
Ich wünsche Euch beiden alles Gute dieser Welt.
Ein richtig reizendes Paar! Viel Glück auch weiterhin! P.S. Schönes Märchen, bravo!